Ein Appell an die Menschheit: #stayconnected

26.06.2020: Mein Appell an die Biologietechnik-Leistungskurs-Abiturabsolventen der Ludwig-Geissler-Schule, wie wichtig soziale Kontakte sind.

Wir schreiben den Februar 2020. Die Welt hält den Atem an, da sich ein unbekannter Virus auf der Welt ausbreitet.


Diese Headline hört sich wahrscheinlich nach einem Intro für einen Sciencefiction-Film an, ist jedoch Realität. In den Medien wird über nichts Anderes mehr berichtet, während die Menschheit mehr und mehr an Angst gewinnt. Als der Lockdown ausgerufen wird, steht der Atem plötzlich still. Die Welt scheint sich langsamer zu drehen. Es kommt die Maskenpflicht für das Betreten von öffentlichen Räumen auf. Nichts scheint mehr normal zu sein.


Für mich war dies eine besondere Zeit, denn ich sollte in dieser Zeit mein Abitur schreiben. Als Hesse hieß dies, während des Lockdowns sich ganz normal von zu Hause aus auf das Abitur vorzubereiten und im einzigen Bundesland, dass das Abitur zum regulären Zeitpunkt schreiben lies, daran teilzunehmen. Während man durch die Ausgangsbeschränkungen und Ausgangsverbote schon daran gewöhnt war, an Hashtags wie #stayathome zu glauben und die wirtschaftlichen Folgen zu analysieren, dachte ich nur an die sozialen Probleme, die aufkommen.

Es war normal gewesen, sich mit Niemandem zu treffen. Netflix wurde für so Manchen zum Lebenselixier und die Scheu vor sozialen Kontakten bürgerte sich regelrecht ein. Man fing an, sich noch mehr nur auf das eigene Leben zu fixieren. Ich wollte dies nicht akzeptieren. Mit einer kritischen, ernsten Rede wendete ich mich an meine Kurskameraden, die einzige, kurze Gelegenheit, während der Zeugnisübergabe zu einer kleinen Menschenmenge zu sprechen.


Mein Ziel war es, klar zu machen, welche sozialen Folgen dieser Virus hat - wie sich das soziale Leben der Menschen verändert.

 

 Wir sind nicht mehr kontaktfreudig, vielmehr fragen wir uns bei einer Begegnung, wie sehr der gegenüber dem Virus fürchtet, wie nah wir kommen sollen und wie lange wir bleiben sollen. Andere vereinsamen, denn die fehlenden, öffentlichen Veranstaltungen sorgen dafür, dass sie niemanden mehr kennen lernen können. Viele werden noch mehr von sozialen Medien eingespannt und es macht sich das Denken breit, mit Social-Distancing könnte man zwar online mit den Liebsten verbunden bleiben und soziale Kontakte werden überflüssig.


Doch wie lange soll dies so gehen? Wer leidet darunter? Sind soziale Schäden der Menschheit denn so schnell wieder kompensierbar? Was macht das Ganze mit unserem Sozialverhalten?

 

Da wir Gewohnheitstiere sind, wird es wohl lange brauchen, bis wir wieder sozial immun werden, denn so gut wie jeder hat sich an Abstand und Mund-Nasen-Schutz gewöhnt. Jobs werden ins Home-Office verlegt und das Kennenlernen sowie Kontakt über Mimik haben wir nun schon gekonnt aus unserem Beachtungsfeld verbannt. Und letztendlich scheut die Angst vor sich selbst als Überträge für den Virus zu der definierten Risikogruppe sowie die gesetzlichen Konsequenzen für den Verstoß gegen die Auflagen für die Hemmung der Verbreitung des Virus´ uns vor sozialen Kontakten.


Ist das der Verlauf, den wir hinnehmen sollten, wenn es um Digitalisierung, soziale Medien und soziale Kontakte in der Zukunft gehen soll? Ist das Internet die moderne Art, Menschen kennenzulernen und wie wir miteinander agieren? Wird das Internet als Kommunikator den Mund ersetzen? Fakt ist, dass jeder selbst wissen muss, wie er soziale Kontakte pflegt und wie er Menschen kennen lernen möchte.